Klarstein Tastemaker im Praxis-Test

In den letzten 2 Wochen habe ich mir die Mühe gemacht, den Klarstein Tastemaker auf Herz und Nieren zu testen. Schon in der Produktvorstellung wurde klar, dass der Tastemaker ein wirklich tolles Produkt ist und dass die Beliebtheit für diesen Sous Vide Garer kein Zufall ist. Im Praxistest erfahrt ihr jetzt alles über die Vor- und Nachteile des Gerätes, was ihr bei der Anwendung beachten müsst und für wen es geeignet ist.

 

Ich starte erst einmal mit den technischen Details, damit ihr einen Eindruck davon bekommt, was der Tastemaker unter der Haube hat.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Leistung: 550 Watt
  • Maße: 42,6x34,4x29,8
  • Volumen: 6 Liter
  • Temperaturbereich 40-90°C - Einstellbar in 1°C Schritten über LED-Feld
  • Temperaturabweichung: getestet - ca. 1-2°C
  • Timer max. 24 Stunden. Start bei einer Stunde. Timing in 10 Minuten Schritten
  • herausnehmbarer Innentopf (antihaftbeschichtet und spülmaschinenfest)

Und der Lieferumfang:

 

Optik:
Für viele ist es natürlich wichtig, dass das neue Gerät auch optisch in die Küche passt. Klarstein hat hier gleich 2 Varianten produziert. Eine in rot und eine in silber. Ich habe mich für die silberne und somit etwas dezentere Variante entschieden, da dies besser in meine Küche passt. Es ist aber super, dass man sich zwischen zwei Farben entscheiden kann. Das Material wirkt sehr hochwertig und ist aus Aluminium. In Kombination mit dem Deckel, sieht es für mich doch sehr modern aus und gefällt mir gut.
Zur Optik zählt natürlich auch die Größe. Ihr seht ja oben die Maße - schaut einfach mal, ob ihr so ein Gerät in der Küche unterbringen könnt. Es ist schon nochmal etwas größer als ein handelsüblicher Toaster. So ein Gerät muss natürlich irgendwie verstaut werden können bzw. Platz in der Küche finden.

Inbetriebnahme / Bedienung:
Kommen wir aber nun gleich zum wirklich wichtigsten Teil dieses Tests. Die Bedienung bzw. der Betrieb des Sous Vide Garers.

Wie ihr auf den Fotos seht, besteht der Haupt-Lieferumfang aus 3 Teilen. Der Garer, die Wasserwanne und der Deckel. Dazu kommt natürlich noch ein Stromkabel und eine Bedienungsanleitung. In dieser ist auch eine kleine Gartabelle enthalten, so dass man direkt mit den ersten Versuchen starten kann. Möchte man aber doch mal inspiriert werden, so empfehle ich ein extra Kochbuch.

Aufgrund der wenigen Teile, gestaltet sich der Zusammenbau natürlich denkbar einfach. Das Stromkabel in den Garer gesteckt, die Wanne im Garer platziert und schon kann es eigentlich losgehen. Aber halt - vorher noch eine kleine Anmerkung: Das Wasser gehört immer in die antihaftbeschichtete Wasserwanne und niemals direkt in den Garer!

 

 

Nach dem Befüllen, wird die Wasserwanne ganz einfach in das Gerät gesetzt. Mit dem On / Off Button startet man das Gerät (der erste Button von unten).
Nun wählt man über den "Menü" Button aus, ob man Sous Vide garen möchte oder ob man Slow Cook nutzen möchte. Ich habe mich natürlich für Sous Vide entschieden und kann z.Zt. noch nichts zum Slow Cooking berichten.

 

 

 

Über den Temp / Time Button stellt man nun die gewünschte Kerntemperatur ein und natürlich die Zeit. Beides wählt man mit den darunterliegenden Pfeiltasten aus. Komplett simpel und sehr einfach zu verstehen und zu bedienen.

 

⇒ Kleiner Kritikpunkt bei der Zeiteinstellung: Es muss bei einer Stunde gestartet werden. Alles darunter kann man nicht über diesen Timer einstellen. Alles darüber wird in 10 Minuten Schritten sehr genau eingestellt. Falls man also kürzer als eine Stunde gart, muss man sich einen seperaten Timer stellen.

WICHTIG: Der Klarstein Tastemaker Thermalisierer hat eine Temperaturabweichung von ca. 1-2 °C, je nachdem wie hoch die Kerntemperatur sein soll. Die Abweichung war in allen meinen Tests eine Abweichung nach unten. Das heißt, dass wenn ich eine Kerntemperatur von 56 °C erreichen möchte, dass ihr 57-58 °C einstellen müsst. Wenn man dies beachtet, läuft alles von ganz alleine.

Hat man nun alles eingestellt, drückt man den Start/Cancel Button. Daraufhin startet das Gerät mit dem Aufwärmen des Wassers. Dies kann nun einige Zeit in Anspruch nehmen. Ich habe einige Tests mit vorgewärmten Wasser, aber auch mit Wasser direkt aus dem Hahn gemacht. Ganz klare Empfehlung von mir, hier vorgewärmtes Wasser zu nutzen und somit den Aufwärmprozess stark zu verkürzen:
⇒ Dauer bis zur Zieltemperatur von 56 °C mit vorgewärmten Wasser: ca. 10 Minuten
⇒ Dauer bis zur Zieltemperatur von 56 °C mit kalten Hahn-Wasser: ca. 45 Minuten

 

Mit einem Druck auf die Temp/Time Taste kann während des Aufwärmens immer wieder gecheckt werden, bei wieviel Grad das Wasser gerade ist. Sehr praktisch wie ich finde. Da ich immer sehr neugierig und ungeduldig bin, habe ich es gerade beim ersten Mal doch sehr häufig genutzt

 

Sobald die Zieltemperatur erreicht ist, piept der Tastemaker und ist bereit mit Lebensmitteln befüllt zu werden. Wundert euch nicht, dass die Zieltemperatur beim Piepen ca. 2 °C über eurer eigentlichen Zieltemperatur liegt. Klarstein hat hier einfach logisch nachgedacht. Da die Lebensmittel meist deutlich kälter als die Zieltemperatur sind, wird das Wasserbad beim Befüllen natürlich erst mal etwas an Temperatur verlieren. Um hier nicht komplett mit der Zieltemperatur daneben zu liegen, heizt der Tastemaker einfach ca. 2 °C mehr auf. Wenn man sich nun nicht all zu lange Zeit lässt, sollte die Zieltemperatur schnell wieder erreicht sein. Beim ersten Mal habe ich doch etwas zu lange gebraucht. Somit lag der Deckel einige Zeit neben dem Garer, bevor es zum eigentlich Start ging. Wer schon etwas geübter ist, erledigt diesen Prozess innerhalb von Sekunden. Deckel auf, Gargut rein und Deckel wieder drauf.

Wenn alles im Topf ist, drückt man die Start / Cancel Taste. Damit beginnt der Timer und der Tastemaker hält die eingegebene Temperatur.

Was mir bei den ersten malen etwas negativ aufgefallen ist, ist der leichte Plastikgeruch, welcher beim Aufwärmen entsteht. Sobald die Zieltemperatur erreicht ist, verflog auch der Geruch. Nach ca. 5 maliger Nutzung, habe ich den Geruch aber nicht mehr wahrnehmen können.

Was mir sehr positiv, neben den oben geschilderten Punkten, aufgefallen ist - der Tastemaker macht so gut wie keine Geräusche. Komplett lautlos! Und natürlich auch geruchlos (abgesehen vom o.g. leichten Plastikgeruch), da ja alles vakuumverpackt ist.

Am Ende des Garprozesses piept der Tastemaker nochmal und sagt mir Bescheid, dass ich so langsam mein Steak aus den Garer holen kann. Hier ist natürlich etwas Vorsicht geboten, da das Wasser warm ist. 😉 Aber bei 56 °C wird sich wohl niemand ernsthaft verbrennen. Danach nur noch die Vakuumbeutel aufschneiden und ab in die Pfanne mit dem Steak - falls ihr ein Steak grillen wollt. Dazu empfehle ich hier nochmal meine ausführliche Anleitung mit Bildern, Videos und ganz viel Text. Wie man sieht, ist das Steak sehr gut geworden. Sehr zart und wunderbar schmackhaft.

 

Wer sich jetzt sofort an die "Reinigung" machen möchte, sollte natürlich auch vorsichtig vorgehen. Das Gerät wird an den äußeren Aluminium Teilen schon recht warm und die beschichtete Wanne mit dem Wasser hat natürlich auch seine Temperatur. Also besser noch etwas abkühlen lassen.
Generell ist es dann aber super einfach zu reinigen. Einfach die Wanne herausnehmen und das Wasser in der Spüle abgießen. Das wars. Falls es doch ein mal stark verunreinigt ist, lässt sich die Wanne auch einfach in der Spülmaschine reinigen. Ich denke aber, dass dies gerade beim Sous Vide garen sehr selten nötig ist, da sich alle Lebensmittel im Vakuumbeutel befinden und somit keine Flüssigkeiten nach außen abgeben.

Fazit:
Mein Fazit für den Klarstein Tastemaker Sous Vide Garer ist sehr positiv und ich kann das Gerät den meisten Sous Vide Köchen empfehlen. Warum nicht allen? Der Tastemaker ist mit einem Volumen von 6 Litern natürlich nicht das größte Gerät. Somit ist es perfekt für max. 4-5 Personen. Für größere Gesellschaften sollte man sich nach einem Sous Vide Stick umsehen.
Auch für Personen, welche gerne bestimmte Lebensmittel, wie z.B. zähe Rindfleischstücke, länger als 24 Stunden garen wollen und hierbei nicht noch einmal den Timer neu starten wollen, ist das Gerät nicht geeignet. Da dies aber ziemlich sicher die Minderheit der Nutzer ist, ist für bestimmt 95% der Nutzer 24 Stunden völlig ausreichend (siehe Gartabelle).
Der Klarstein Tastemaker Sous Vide Garer Test war für mich ein voller Erfolg und ist für um die 100€ mit den gebotenen Features auf jeden Fall eine Kaufempfehlung von mir.
Das Wichtigste ist ja am Ende, dass es gelingt und schmeckt. Und das tut es mit dem Tastemaker jedes mal aufs Neue - so lange man sich an Gartabellen und Besonderheiten bestimmter Lebensmittel hält. Ich bin jedenfalls sehr zufrieden mit dem Sous Vide Garer!

Sobald ich auch die Slow Cook Funktion getestet habe, gibt es hier natürlich ein Update.

Wer hier schreibt

Ich bin Henrik, ein ambitionierter Hobbykoch. Da ich immer auf der Suche nach den neusten Trends in der Küche bin, bin ich schließlich auch bei der Sous-Vide Methode gelandet. Auf dieser Seite berichte ich über meine Erfahrungen und den neusten Sous-Vide Geräten.

Sous-Vide Profi Henrik
Henrik Hobbykoch