Wasserstein Sous Vide Stick im Praxis-Test

Im heutigen Praxis-Test habe ich für euch den Wasserstein Sous Vide Stick auf Herz und Nieren geprüft. Aufgrund der guten amerikanischen Rezensionen und des wirklich guten Preises von zur Zeit unter 100 Euro, bin ich natürlich sehr gespannt, was das Gerät leistet. Die Daten lesen sich jedenfalls sehr gut und sprechen für ein höherpreisiges Gerät. Kann der Wasserstein Stick bei den etwas höherpreisigen Geräten mithalten? Und was macht das Gerät aus? Dies und noch viel mehr erfahrt ihr jetzt in meinem ausführlichen Test.

Die wichtigsten Eckdaten:

  • Leistung: 1050 Watt mit Umwälzpumpe
  • Maße: 39,3 x 13,8 x 8,8 cm
  • Volumen: 5 bis max. 15 Liter
  • Mindesttopfhöhe: ca. 18 cm
  • Temperaturbereich: bis 95°C in 1°C Schritten einstellbar
  • Temperaturabweichung: +-0,1°C
  • Timer: nicht vorhanden
  • Trockenlaufschutz: Ja

Im Lieferumfang enthalten:

  • Sous Vide Stick inkl. Topfhalterung direkt am Gerät
  • Sehr einfache Bedienung
  • Kein Timer integriert
  • Bedienungsanleitung auf Deutsch und Englisch (nur mit einer sehr kleinen Gartabelle und Links zu einer Sous Vide App)

Optik:

Optisch kommt der Wasserstein Sous Vide sehr klassisch und für mein Empfinden sehr elegant daher. Geliefert wurde er relativ gut verpackt in einem für elektronische Gerät üblichen Pappkarton, liegend in einer Hartplastik-Schale.

Der obere Teil des Sticks ist mit einer schwarzen gummiartigen Kunststoffbeschichtung versehen. Dadurch behält das Gerät einen guten Grip. Im unteren Teil ist es ganz klassisch in Edelstahl gefasst. Die Wasserumwälzpumpe ist durch eine schwarze Kappe geschützt, die zur Reinigung einfach abmontiert werden kann.
Gut gelöst finde ich die Klammer, welche durch eine Gummierung gut am Topf zu befestigen ist und auch empfindliche Töpfe vor Kratzern schützt. Was mir außerdem positiv aufgefallen ist, ist das Gewicht. Der Wasserstein fühlt sich sehr leicht an und liegt gut in der Hand (und auch im Topf). Macht einen sehr wertigen und haltbaren Eindruck.

Man sieht relativ schnell, dass es nicht so viele Tasten auf dem Kopf des Sticks gibt. Auch gibt es nur eine Anzeige, welche für die Temperatur zuständig ist. Designtechnisch finde ich das sehr gelungen. Leider fehlt dem Stick aber der Timer. Dadurch wirkt der Kopf sehr aufgeräumt – auf Kosten einer wichtigen Funktion.

Inbetriebnahme / Bedienung:

Die Aktivierung des Gerätes ist denkbar einfach. Stecker in die Steckdose. Am Besten vorher Wasser in den Topf. Und nun ganz einfach den Powerknopf drücken, um das Gerät zu starten. Voreingestellt ist eine Temperatur von 56° C, welche sich ganz einfach über die Plus- und Minustasten ändern lässt. Ist die richtige Temperatur eingestellt, so drückt man einfach erneut den Power-Button (in der Anleitung als Netzschalter beschrieben). Möchte man anstatt Celcius lieber Fahrenheit angezeigt bekommen, so drückt man den obersten Knopf C/F. Eine rote Leuchte neben der Taste zeigt einem dann, welche Maßeinheit man gewählt hat. Man merkt es aber natürlich auch an den größeren Zahlen bei Fahrenheit.

Wie arbeitet es sich mit dem Wasserstein Sous Vide Stick?

Es ist denkbar einfach mit dem Gerät zurecht zu kommen. Die Anleitung ist für eine erste Orientierung gut – aber auf Grund der wenigen Einstellmöglichkeiten, ist dieses Gerät auch für absolute Technik-Nieten geeignet. Das soll jetzt gar nicht negativ klingen, sondern ist für mich eine der herausragenden Eigenschaften. Viele Geräte die ich bis jetzt getestet habe, sind oftmals eher etwas für Technik-Nerds und man muss sich mit dem Gerät und der Anleitung beschäftigen. Beim Wasserstein ist dies nicht der Fall. Hier stöpselt man einfach das Gerät in die Steckdose, stellt die Temperatur ein und wartet, bis das Wasser erwärmt ist. Danach einfach das Gargut in den Behälter oder Topf legen. Thats it. Man muss jetzt nicht umständlich die Funktion des Timers suchen und verstehen, welche mich bei manchen Geräten zur Verzweiflung gebracht haben.
Ihr merkt aber – hier fehlt ja leider doch ein ganz wichtiges Feature. So einfach die Bedienung durch das Fehlen des Timers auch ist. Es fehlt der Timer. Somit muss man sich entweder einen Küchentimer kaufen oder hat diesen schon zu Hause. Oder man nutzt die Timerfunktion des Handys. Somit sollte das Fehlen des Timers kein Ausschlusskriterium sein und die Einfachheit der Bedienung möchte ich hier nochmal hervorheben. Einen Timer hat ja eigentlich jeder zu Hause. Ich habe die Zeit mit dem iPhone eingestellt und habe mir bei der Einstellung des Sous Vide Sticks einiges an Zeit gespart.

Um jetzt nicht einen wichtigen Punkt bei all der Timer-Diskussion zu vergessen. Der Stick lässt sich sehr einfach und sicher am Topf befestigen. Mein großer Topf hat noch so einen komisch gebogenen Rand, wodurch es manchmal nicht so einfach ist einen Stick gut zu befestigen. Durch die gummierte Klammer kann man den Stick aber sehr gut am Topf justieren und sicher befestigen.

Lautstärke: Die Lautstärke hat mich wirklich überrascht. Auf Grund der doch etwas höheren Leistung des Sous Vide Sticks, habe ich mit einem deutlich lauterem Gerät gerechnet. Zur Erinnerung: Die meisten Geräte in dieser Preisklasse habe eine Leistung von um die 800 Watt. Der Wasserstein hat 1050 Watt.
Was ich beim ersten Aktivieren also bemerkte, war die fast nicht zu hörende Lautstärke es Sticks. Fast flüsterleise begann der Wasserstein das Wasser umzuwälzen. Hier hat der Hersteller alles richtig gemacht und für empfindliche Ohren ist dass das richtige Gerät.

Leistungsfähigkeit und Garergebnis:

Wie gerade schon bei der Lautstärke erwähnt, kommt der Wasserstein mit einer guten Leistung von 1050 Watt daher. Somit habe ich natürlich auch eine etwas schnellere Wassererwärmung erwartet. Diese Erwartungen wurden voll erfüllt. Das Wasser wurde innerhalb von 11 Minuten von 22° C auf 56° C erwärmt. Zum Vergleich: Stick mit um die 800 Watt benötigen für die selbe Temperaturspanne ca. 15 Minuten.
Die Leistung in Watt ist für mich aber gar nicht mal das Entscheidende. Natürlich ist es super, wenn ein Stick mein Wasser schnell(er) erwärmt. Durch die Nutzung von schon vorgewärmten Wasser, kann man den Prozess aber schon deutlich beschleunigen und muss nicht 10-15 Minuten warten, sondern meist nur 5 Minuten. Jedenfalls für das Garen eines Steaks.
Wichtiger ist natürlich die Temperaturgenauigkeit. Ich habe nicht den Anspruch, dass das Gerät keine Abweichung der Temperatur hat, gerade in dem Preissegment. Aber natürlich ist es besser, umso genau das Gerät arbeitet. Und hier kann ich beim Wasserstein nichts negatives feststellen. In den unteren Temperaturbereichen bis ca. 70° C waren Abweichungen von 0,1 – 0,2° C zu messen. In den höheren Temperaturen schwankte es etwas – aber war nie komplett aus dem Rahmen. In Summe kommt man hier auf ca. 0,4 – 0,5° C. Was wirklich gute Werte sind.

Das gegarte Gemüse war jedenfalls sehr gelungen und auch das Steak und der Lachs waren ein Genuss. Hier macht der preiswerte Wasserstein eine ähnlich gute Figur wie etwas teurere Sticks.

Was ich außerdem feststellen konnte war, dass die Temperaturschwankungen weniger wurden, als ich Isolationskugeln genutzt habe. Dadurch verdunstete einfach deutlich weniger Wasser und half dem Stick quasi bei der Arbeit. Für kurze Gardauern sind die Kugeln nicht unbedingt notwendig. Wenn man aber entweder sehr lange gart oder aber auch sehr hohe Temperaturen benötigt, so sind die s.g. Anti-Dampf-Kugeln oder Sous Vide Bälle ein sehr gutes Zubehör.

Geruch: Hier konnte ich nur beim Auspacken einen leichten Plastikgeruch wahrnehmen. Ob dies jetzt vom Gerät kam oder aber von der Hartplastikverpackung, konnte ich nicht herausfinden. Beim Garen hat der Stick jedenfalls keine Gerüche mehr abgesondert.

Reinigung:

Auch nach mehrmaligen Gebrauch gibt es bei einem Sous Vide Stick nicht viel zu reinigen. Meist reicht das Abtrocknen mit einem Tuch völlig aus. Will man es trotzdem richtig reinigen, so empfiehlt es sich die Anleitung zu lesen. Auch zum Entkalken werden ein paar nützliche Tipps gegeben.

Fazit:

Ein Fazit zu ziehen ist nicht ganz einfach. Einerseits finde ich die denkbar einfache Bedienung, die Optik, die Lautstärke und die Leistungsfähigkeit des Wasserstein Sous Vide Sticks ausgesprochen gut. Hier gibt es wirklich nichts zu meckern. Leider wurde aber kein Timer integriert. Sticks mit Timer kosten aber meist nochmal 15-20 Euro mehr (Stand Juni 2017). Und man sollte sich selber fragen, ob man wirklich einen integrierten Timer benötigt. Das Handling ohne Timer war so viel einfacher und intuitiver, so dass ich den Timer nicht vermisst habe. Ich habe einfach mein Handy genommen und die Zeit ausgewählt, die ich für meine Gerichte benötige. Für recht lange Kocharien macht es aber schon Sinn einen integrierten Timer zu verwenden.
Eine Empfehlung spreche ich für nicht so technikaffine Menschen aus, die einen leistungsfähigen, leichten und leisen Sous Vide Stick kaufen wollen. Für Technik-Nerds gibt es sicher andere Sticks, welche ihre Bedürfnisse besser befriedigen.
Ich werden den Wasserstein Sous Vide Stick jedenfalls ab jetzt regelmäßig nutzen.

 

Wer hier schreibt

Ich bin Henrik, ein ambitionierter Hobbykoch. Da ich immer auf der Suche nach den neusten Trends in der Küche bin, bin ich schließlich auch bei der Sous-Vide Methode gelandet. Auf dieser Seite berichte ich über meine Erfahrungen und den neusten Sous-Vide Geräten.

Sous-Vide Profi Henrik
Henrik Hobbykoch